Industriecharakter mit Vergangenheit

Es war im Jahr 1919, als die traditionsreiche Firma Oberascher der Salzburger Altstadt den Rücken kehrte und an die nördliche Peripherie der Stadt Salzburg zog. Gegründet wurde sie 300 Jahre zuvor, und das als "fürsterzbischöfliche Hof- und bürgerliche Glockengießerei". Hier wurden Glocken gegossen, die weit über die österreichischen Grenzen hinaus historische Bedeutung besitzen. Die Anzahl der gegossenen Glocken lässt sich schwer ermitteln. Es müssen jedoch nach den historischen Aufzeichnungen viele hundert größere und kleinere Exemplare gewesen sein, die im Laufe von vielen Jahrzehnten mit enormen Geschick und Wissen von fleißig arbeitenden Menschen auf diesem Wege erzeugt wurden. Heute kann man die Glockengrube zusammen mit dem Grubenkran hinter einer Glaswand besichtigen. Hier wurde, nach der Bummerin,  die zweitgrößte Glocke Österreichs gegossen. 2004 verabschiedete sich die Industrie und machte in den historischen Bauten der Mode- und Kreativwirtschaft Platz. In einem Architekturwettbewerb wurde die Basis dessen geschaffen, was heute Stand der Dinge ist: Die Qualität der industriellen Substanz wurde erkannt, erhalten und um eine neue, kraftvolle Architektur ergänzt.